Werkrealschule:
Tertia - 13 bis 16 Jahre

In der Tertia bleiben wir den Grundlagen der Inspirationskultur treu, allerdings ändert sich der Rahmen, die Planung der Lernkultur geschieht gemeinsam mit den Jugendlichen. Auf der Grundlage bisheriger reichhaltiger Lernerfahrungen, sowohl allein als auch in der Gruppe, können sie immer besser über ihr Lernen reflektieren und bewusst Entscheidungen treffen. Sie wissen wie sie ihre Schule gestalten wollen. In Tutoren- und Gruppengesprächen planen und entwickeln wir gemeinsam den Schulalltag. Aus diesem wechselseitigen Dialog resultieren die Elemente unserer Lernkultur:

Kulturzeit: In dieser Zeit arbeiten die Jugendlichen in der Regel an Kulturmaterial, Sprachen oder speziellen Themen. Die Erwachsenen bereiten Themengebiete vor und laden die Jugendlichen als Gruppe oder für Einzeldarbietungen ein. Jeder arbeitet in seinem Tempo und in seiner Zeit.

Zeit zur freien Gestaltung: Ihren gesamten Schultag können die Jugendlichen frei und mit verschiedenen Schwerpunkten gestalten. Sie erweitern eigenständig ihr Wissen durch selbst ausgewählten Aufgaben, planen Projekte oder organisieren sich in themenorientierten Arbeitsgruppen selbst. Anregungen dafür stehen ihnen in der „vorbereiteten Umgebung“ der Schule zur Verfügung. Dafür stellen die Lernbegleiter im Naturwissenschaftsbereich, im Kreativbereich, in den Werkstätten oder der Küche entsprechendes Material einladend zusammen. Darüber hinaus können sich die Jugendlichen Zeit füreinander nehmen - um zu singen, tanzen, spielen oder um miteinander zu sprechen.

Arbeitsgruppen werden von den Jugendlichen selbst je nach Interesse organisiert. Sie bieten die Möglichkeit als Gruppe kontinuierlich an speziellen Themengebieten zu arbeiten (Englisch, Physik, Psychologie, Technik, Handarbeit...). Die Arbeitsgruppen werden von Fachkröften und Lehrbeauftragten begleitet. Die Teilnehmer der Gruppen legen gemeinsam Arbeitsregeln und -Inhalte fest.

Lehrbeauftragte kommen regelmäßig in die Schule und machen Angebote zu speziellen Themen wie „das menschliche Herz“, Vererbungslehre, Umweltchemie oder Nähen eines Kleidungsstückes.

Themenwochen: Die Jugendlichen haben sich darauf geeinigt, Themen in Themenwochen zu bearbeiten. Die Teilnehmer der Gruppe arbeiten sich dann ausschließlich an einem Thema, etwa dem Auge. Ziel ist es, das jeweilige Arbeitsfeld unter verschiedenen Sichtweisen zu erforschen. Dabei sucht sich nach einer ersten Phase des freien Forschens jede/r Jugendliche ein Thema, das sie/er ausführlich bearbeitet. Am Ende der intensiven Arbeitsphase präsentieren die Jugendlichen ihre Ergebnisse der Gruppe. Die Themen für diese Lernphasen werden mit den Jugendlichen gemeinsam festgelegt.

Schülerfirmen: Siehe Outrange Services.

Beitrag zur Gemeinschaft: Die Jugendlichen pflegen ihre Lernumgebung selbst, besorgen Lebensmittel und bereiten ihr Essen zu. Jeden Freitag bereiten einige zusammen das Mittagessen, danach putzen alle gemeinsam das Schulhaus. Jeweils ein Jugendlicher kauft für eine Woche Obst, Gemüse, Brot und Zutaten fürs Kochen ein. Montag und Donnerstag ist Müslitag, Dienstag Salattag und Freitag ist Kochtag. Mittwochs lassen wir uns von einem gekochten Essen von jeweils einer Familie verwöhnen. Dreimal im Jahr treffen sich die Jugendlichen, die Begleiter und die Eltern, um gemeinsam einen Tag lang die Umgebung zu pflegen, den Volleyballplatz zu kräutern oder auch neue Bereiche zu schaffen. Es ist uns ein Anliegen, dass die Jugendlichen selbst Verantwortung übernehmen und für den Ort, an dem sie so viele Stunden verbringen, aktiv sind.

Exkursionen: Wir besuchen regelmäßig Ausstellungen und Museen, einen Biobauernhof, einen Geflügelhof sowie Vorträge. Außerdem gibt es als große Exkursion unsere Sommerfreizeit mit Zelten und Schwimmen sowie mindestens einmal pro Schuljahr eine mehrtägige Klassenfahrt. Bisher waren wir in diesem Rahmen je einmal Skifahren und Segeln und haben Sehenswürdigkeiten sowie eine Partnerschule in Stuttgart besichtigt.

Praktika: In der Tertia können die Jugendlichen jederzeit ein Praktikum, etwa auf einem Bauernhof, absolvieren, das meist eine Woche dauert.

Herausforderungen: Einmal im Jahr gehen wir mit den Jugendlichen auf Herausforderung. Einmal im Jahr entscheiden sie sich, etwas aus eigener Kraft zu machen, eine Strecke zurück zu legen, aus dem Komfortbereich herausgehen, was sie sonst so nicht machen würden oder noch nie gemacht haben. Eine Herausforderung zu meistern mobilisiert Kräfte, läßt das Gemeinschaftsgefühl wachsen und stärkt das Selbstbewußtsein. Ob Paddeln, Radeln oder Wandern, immer sind diese Tage ein ganz besonderes und prägendes Erlebnis bei uns in der Schule.