Drei Grundsätze

Im Montessori-Bildungshaus Löwenzahn begleiten wir Kinder und Jugendliche vom Kleinkindalter bis zur Adoleszenz. Dabei sind drei Grundsätze unser roter Leitfaden: Freiheit, Respekt, Schaffen einer Inspirationskultur. Diese Grundsätze bedürfen in jeder Entwicklungsphase der Kinder eigene Ausprägungen und Umsetzungsformen. Die Mitarbeiter&/innen von der Spielgruppe bis zur Werkrealschule stimmen sie aufeinander ab und entwickeln sie gemeinsam weiter.

Sechs besondere Qualitäten

Bei unserer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen orientieren wir uns an uns sechs pädagogischen Leitpunkten:

1. Freiheit
Löwenzahnkinder haben die freie Wahl, wann sie welche Angebote nutzen und wie sie ihre Interessen vertiefen. Die Erwachsenen beraten und begleiten anstatt anzuleiten und vorzugeben. Wir laden ein und inspirieren. So kann Selbstorganisation in Gang kommen und eigene Verantwortung entstehen. Die Biologen Humberto R. Maturana und Francisco J. Varela nennen es „Selbstorganisation“, der Musiker und Pädagoge Heinrich Jacoby „Entfaltung“, Maria Montessori hat dafür den Satz geprägt „Hilf mir es selbst zu tun“. Sie meinen alle im Grunde dasselbe: Die Entfaltung des Potentials eines Menschen und der Aufbau innerer Strukturen durch die Interaktion mit seiner Umwelt.

2. Orte zur Entfaltung
Wir bieten den Löwenzahnkindern offene sowie geschlossene Räume. Manche schreiben, rechnen oder überlegen am liebsten im Wald. Andere schätzen die Atmosphäre im Haus oder in der Jurte.

3. Natur und Kultur
Es ist ein interessantes Wechselspiel, wenn wir Dinge aus der Natur sammeln, um Sie später in unserem Kulturbereich der Schule genauer zu erforschen. So fügen wir gepresste Blumen, Holz zum Bearbeiten oder Gipsabdrücke von Tierspuren unserem Materialschatz hinzu.

4. Ruhe und Zeit
Löwenzahnkinder folgen ihrem eigenen inneren Entwicklungsplan und lernen aus einer selbst motivierten Notwendigkeit heraus. Wir geben Ihnen die Zeit und Ruhe zum Lernen im eigenen Rhythmus. So kommt jedes Kind mit sich selbst und der Welt in Kontakt.

5. Inspirationskultur
Anregen und begleiten wollen wir, nicht lenken. Inspirieren statt belehren heißt unsre Devise, dafür müssen wir immer wieder unsere Flexibilität prüfen. Nur so können wir Themen und Inhalte einbringen, die uns wichtig erscheinen und gleichzeitig die Themen der Kinder erkennen und aufgreifen. In diesem Wechselspiel entsteht die vorbereitete, anregende Arbeitsumgebung.

6. Motivierende Trittsteine
Unser Ziel: Löwenzahnkinder sollen aus sich heraus die Strukturen finden, die sie brauchen und damit lernen, sich selbst zu organisieren. Wir legen die Trittsteine für ihr eigenverantwortliches Handeln.

Lernen

Lernen geschieht im Spannungsfeld zwischen der reinen Selbstverwirklichung und dem Grundbedürfnis nach Liebe und Sicherheit durch einen Erwachsenen. Eine respektvolle Begleitung, die dem Kind Sicherheit gibt, es aber es nicht manipuliert – das ist unser großes Anliegen und gleichzeitig einer der größten Herausforderungen in der täglichen Begleitung der Kinder und Jugendlichen.

Entwicklungsstufen

Eine weitere große Herausforderung ist es, für die Entwicklungsstufen der Kindheit bis zur Adoleszenz jeweils die passende Umgebung zu gestalten und als Begleiter präsent zu sein.

Ein Kindergartenkind braucht einen sicheren räumlichen und personellen Rahmen, einen Tagesablauf wie ein ruhiger Fluss.
Ein Kind der Primarstufe braucht Sicherheit und Abenteuer. Es möchte mehr Möglichkeiten nutzen, mehr erleben. In diesem kann es seine Selbstorganisation ausweiten und genießt es zunehmend, Teil einer Gruppe zu sein. Mit dem Wechsel in die Sekundarstufe im Alter von neun bis zehn Jahren wird die Arbeit der Kinder zielgerichteter, das Interesse an der Gruppe nimmt weiter zu. Dabei wird die Rolle der Erwachsenen stärker in Frage gestellt, gleichzeitig erhält die Selbstorganisation der Gruppe mehr Gewicht. Mit dem Wechsel in die Tertia zwischen zwölf und dreizehn Jahren werden die Kinder zu Jugendlichen. Sie brauchen Erwachsene als Berater, definieren Möglichkeiten und Grenzen, Aufgaben und Gruppenstruktur zunehmend selbständig.

Die „Vorbereitete Umgebung“

Jeder Entwicklungsprozess brauchen angemessene Anregungen. Maria Montessori hat dafür den Begriff „Vorbereitete Umgebung“ geprägt. Dazu gehören neben dem Material, mit dem gearbeitet wird, der Raum und seine Ausstattung, die Natur und wie sie bespielt wird sowie die Erwachsenen. Unsere Vorbereitete Umgebung ist reichhaltig, geordnet und inspirierend. Sie lädt Kinder und Jugendliche zum eigenständigen und selbstverantwortlichen Forschen, Spielen, Denken, Lernen und Handeln ein.